Einstein-Schüler erfolgreich beim Landtagswettbewerb

Beim diesjährigen Schülerwettbewerb des Landtags von Baden-Württemberg haben Schüler des Einstein-Gymnasiums hervorragende Ergebnisse erzielt. An dem Wettbewerb, der zur Förderung der politischen Bildung dient, nahmen wieder tausende Schülerinnen und Schüler aus ganz Baden-Württemberg teil. Oberstufenschülerin Michelle Walter hat dabei einen der besonderen ersten Preise mit ihrer Arbeit gewonnen. Ihr Mitschüler Nico Prehn erzielte einen beachtlichen zweiten Preis und auch Maria Güner erhielt für ihren Beitrag einen dritten Preis. Alle drei besuchen den vierstündigen Gemeinschaftskundekurs und legen in diesen Tagen ihre Abiturprüfungen ab.

Der Landtagswettbewerb zeichnet sich durch die Vielfalt an Themenstellungen und Offenheit der Formate aus, in denen die Beiträge gestaltet werden können. Diese reichen von Plakaten, Songs und Filmclips bis zur Analyse von Karikaturen oder dem Verfassen eines Gedichts, Comics, Kommentars oder Berichts. Alle drei Preisträger des ‚Einsteins‘ haben sich für ein frei zu wählendes Thema entschieden, bei dem es galt, auf ein aktuelles Problem Antworten zu finden.

Michelle Walter setzte sich in ihrem Kommentar kritisch mit der „Präimplantationsdiagnostik“ (PID) auseinander, die in Deutschland seit wenigen Jahren eingeschränkt durch den Gesetzgeber ermöglicht wird. „Möchten Sie in einer Welt leben, in der die Liebe der Eltern davon abhängt, ob das Kind nun groß oder klein ist, blaue oder braune Augen, einen hohen oder niedrigen IQ hat? In einer Welt, in der menschliche Embryonen wie Müll behandelt werden, weil sie genetische Anlagen für beispielsweise das Down-Syndrom oder Epilepsie in sich tragen? In einer Welt, die nichts als Perfektion duldet?!“ Ihre Ablehnung der PID verband Walter insbesondere mit der Signalwirkung für behinderte Menschen und ihre Angehörigen in unserer Gesellschaft, denn „man ordnet mit der Abwertung dieser Embryonen automatisch auch den ‚behinderten‘ Menschen unter uns weniger Wert zu als uns anderen. […] Wenn man die PID schon nicht im Namen der Würde der Embryonen verbieten will, dann sollte man es zumindest im Namen der Würde der Menschen mit Genkrankheiten tun.“ Die Jury verlieh Walter für ihren Kommentar einen ersten Preis, der aus einer mehrtägigen Studienreise nach Trient besteht. Sachpreise und Urkunden gewannen Nico Prehn und Maria Güner. Prehn analysierte mit seinem Kommentar die Überalterung der Parteien und ihr Nachwuchsproblem: „Immer mehr Jugendliche engagieren sich in Nicht-Regierungsorganisationen oder politischen Bewegungen wie beispielsweise der ‚Pulse of Europe‘.“ Nicht zuletzt deren Anziehungskraft empfahl Prehn als Vorbild für die Parteien: „Die Arbeit an kleinen Projekten, die hohe Flexibilität und das baldige Erreichen von konkreten Ergebnissen sind das Erfolgsrezept. Auch das verstärkte Arbeiten an einem konkreten Thema und die zeitliche Begrenzung der Projekte kommt Jugendlichen entgegen.“ Dazu gab er konkrete Vorschläge, auch was die digitalen Möglichkeiten der Kommunikation zwischen Jugendlichen und Politikern betrifft. Maria Güner beschäftigte sich schließlich mit der Rolle von Frauen in der Politik. Neben einem geschichtlichen Abriss lenkte sie den Blick dabei vor allen Dingen auf den Anteil der weiblichen Abgeordneten im Deutschen Bundestag: „In dieser Legislaturperiode jedoch können wir den geringsten Frauenanteil der letzten 19 Jahre vermerken. Gleichzeitig ist es der größte Bundestag mit 709 Abgeordneten. […] Die Hälfte aller Wähler ist weiblich, doch nur 31%  der Mitglieder des Bundestags sind weiblich.“ Auch diesem und weiteren Gründen plädierte Güner für eine Frauenquote im Parlament.

[HBR]

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