Wahl-O-Mat on Tour - Einstein-Kurse nehmen an Workshop der Landeszentrale für politische Bildung teil

Er gilt als wichtige Orientierungshilfe und erfreut sich von Wahl zu Wahl größerer Beliebtheit: Der von der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelte Wahl-O-Mat verzeichnete in diesem Jahr eine Rekordzahl an Nutzerinnen und Nutzern. Weit mehr als 21 Millionen Mal wurde er vor der Bundestagswahl angeklickt und lieferte Hinweise auf die Übereinstimmung der eigenen Position mit den Standpunkten der zur Wahl stehenden Parteien. Drei „Einstein“-Kurse der Jahrgangsstufe 1 (der Leistungskurs und zwei Basiskurse von Frau Kost und Herrn Hillenbrand) und eine neunte Klasse (Klasse 9c) unseres Gymnasiums nahmen passend dazu das Angebot der Landeszentrale für politische Bildung wahr, den Wahl-O-Mat etwas genauer zu erkunden.

„Sind denn wirklich alle Parteien gleich?“ – diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops, der die Schülerinnen und Schüler in unterschiedliche Rollen schlüpfen ließ. Zunächst mussten sie sich in ein zufällig gewähltes Parteiprofil einarbeiten und auch einen Steckbrief zum jeweiligen Spitzenkandidaten bzw. zur Spitzenkandidatin studieren. Danach begannen die frischgebackenen ParteivertreterInnen den Wahl-O-Mat zu nutzen – allerdings mit einem besonderen Ziel. Sie sollten die 38 Thesen so beantworten, dass sie eine möglichst große Übereinstimmung mit ihrer zugewiesenen Partei erreichten. Gar kein so leichtes Unterfangen, denn angeblich fällt es selbst Politik-Profis nicht ganz einfach, 100% richtig beim Wahl-O-Mat zu liegen. Dass die Grünen für ein Tempolimit sind, dürfte bekannt sein. Aber wie stehen sie zur Eröffnung der „Nord Stream 2“-Pipeline? Ist die AfD für die Erhöhung des Mindestlohns? Wie steht die SPD zum Ehegattensplitting? Die „Einsteiner“ prüften ihre Profile, mussten sich jedoch meist mithilfe weniger Grundpositionen die passende Antwort erschließen. Die Auflösung am Ende des Wahl-O-Mat brachte dann das Ergebnis, manche Überraschung und die Möglichkeit, die Positionen der Partei bei einzelnen Thesen zu überprüfen. Daraufhin arbeiteten die Schülerinnen und Schüler drei jugendrelevante Themen noch genauer ab: Wählen ab 16, die Schulpolitik und die Legalisierung von Cannabis. Mithilfe des Wahl-O-Mat überprüften sie Standpunkt und Begründung ihrer Partei in der Frage und bereiteten sich so auf die folgende Diskussionsrunde vor. Bei dieser trafen die ausgewählten Spitzenkandidaten bzw. Spitzenkandidatinnen aufeinander, anders als im TV-Triell waren mit CDU, SPD, Grüne, FDP, AfD und Linke sechs Parteien vertreten.

Bei der anschließenden Reflexion des Rollenspiels blickten die TeilnehmerInnen differenziert auf den Wahl-O-Mat. Einerseits sahen viele das Angebot als gute Hilfe für WählerInnen an, die nicht alle Parteiprogramme lesen. Auch die Motivation für die Beschäftigung mit Politik durch den Wahl-O-Mat wurde positiv gesehen. Einzelne Stimmen merkten dagegen an, dass die Reduzierung auf 38 Thesen nicht ausreichend die volle Breite des Programms einer Partei zeigen könne. Ebenso wurde die Erklärungsbedürftigkeit einzelner Fachbegriffe in den Thesen angesprochen und die Frage, wie der Nutzer des Wahl-O-Mat mit dem Ergebnis umgehen solle.

Nicht übersehen darf man daher nicht den Hinweis, der bei der Durchführung des Tools ganz zu Beginn noch vor der 1.These steht:

„Der Wahl-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein Informationsangebot über Wahlen und Politik.“ Dieses Angebot haben die Schülerinnen und Schüler mithilfe des Workshops der Landeszentrale für politische Bildung intensiv genutzt.

[HBR]