Dzień dobry we Wrocławiu!

Bereits im Juni fand endlich der Gegenbesuch der Einsteinschüler in Wrocław (Breslau) im Süden Polens statt (die polnischen Schüler waren im März bei uns, siehe Artikel weiter unten). Wir entschieden uns als Transportmittel für den Zug, was sich trotz drei Mal Umsteigens und der 12-stündigen Fahrt als äußerst angenehm erwies. Da sich die Austauschpartner bereits kannten, waren diesmal unsere Schüler auf ihre Gastfamilie gespannt, bei der sie eine Woche wohnen würden.

In den darauffolgenden Tagen erwartete uns ein abwechslungsreiches Programm: am ersten Tag staunten wir über die Größe des Liceums Nr. XII Bolesława Chrobrego, in das Schüler ab der 9. Klasse gehen, und durften bereits an einem (Probe-)Feueralarm teilnehmen. Danach ging es gemeinsam in die schöne Altstadt mit dem berühmten Marktplatz (Rynek), auf dem sich das beeindruckende Rathaus befindet, das von zahlreichen alten Bürgerhäusern und Kirchen umgeben ist. Ebenfalls besichtigten wir die Universität mit der imposanten Aula Leopoldina. Nach dem kulturellen absolvierten wir am Dienstag ein eher sportliches Programm: eine Raftingtour in der Stadt Bardo. Wir bestiegen Schlauchboote und paddelten (anfangs) fröhlich bei schönstem Wetter die 15 bis 30 km (je nach Fähigkeit des Lenkenden) die Glatzer Neiße entlang. Belohnt wurde die Anstrengung schließlich mit einer selbstgegrillten Bratwurst am Lagerfeuer (oder mit Marshmallows mit Schokolade zwischen zwei Butterkeksen… je nach Vorlieben). Am Mittwoch erkundete die deutsch-polnische Gruppe wieder gemeinsam Wrocław, was immerhin die drittgrößte Stadt Polens mit fast 700 000 Einwohnern ist. Es gab also viel zu sehen. Der Tag endete mit einer Fotorallye zum Motto des Austausches: „Wasser“. Denn beide Städte liegen bekanntlich an bedeutenden Flüssen. Am Donnerstag ist die Gruppe zum Gut Kreisau in dem Dorf Krzyżowa (Kreisau) aufgebrochen, wo der sogenannte Kreisauer Kreis, eine zivile Widerstandsgruppe um Helmuth James Graf von Moltke und Peter Graf Yorck von Wartenburg, während des Zweiten Weltkrieges Gesellschaftsentwürfe für die Zeit nach dem Ende der Hitler-Diktatur plante. Während der Besichtigung des beeindruckenden Gutshofes konnten die Schüler aktiv die Zusammenarbeit der Mitglieder des Kreises aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten miterleben. Danach fuhren wir in die nahegelegene evangelische Friedenskirche nach Świdnica, die zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Schlesien gehört und als die größte Fachwerkkirche in Europa gilt.

Am letzten Tag ließen wir den Austausch mit unterschiedlichen kahoot-Ratespielen Revue passieren. So konnte der eine oder andere überprüfen, wie viele polnische Vokabeln er in der Woche gelernt hat und es waren tatsächlich einige. Am Ende wartete noch eine Überraschung auf alle: Eine riesige Himbeertorte mit der Aufschrift: „Kehl - Wrocław 30 Jahre“. Denn diesen Austausch gibt es seit mittlerweile 30 Jahren (davon seit 26 Jahren mit dem Einstein-Gymnasium).

Mehr oder weniger enge Freundschaften wurden geschlossen, viele pierogi wurden gegessen (was getrunken wurde, entzieht sich meines Wissens) und einige Vorurteile zum Nachbarland konnten abgebaut werden („Die sind ja wie wir“). Es war ein tolle Woche in einer tollen Stadt dank der Organisation unserer beiden Kolleginnen in Polen, die wir hiermit herzlich grüßen!

Do zobaczenia!