Das Einstein-Gymnasium bot mit seinem Sommerkonzert beste musikalische Unterhaltung

Wie ein Auftakt zu den hochsommerlichen Temperaturen konnte das Sommerkonzert des Einstein-Gymnasiums endlich wieder in der großen Aula des Schulzentrums stattfinden. Neben dem normalen Schulbetrieb hatten die verantwortlichen Musiklehrerinnen mit den verschiedenen Stufenchören und -orchestern nicht geräuschlos, aber im Hintergrund, in Pausen und an Nachmittagen, intensiv geprobt und am Programm gefeilt. Das Ergebnis begeisterte die zahlreichen Zuschauer*innen und Mitschüler*innen im Saal. Zu hören gab es eine Mischung aus unbekannteren Werken, zu denen sich Klassiker der Musikliteratur gesellten.

Das Unterstufenorchester unter der Leitung von Ellen Oertel eröffnete das Konzert mit einem hebräischen Lied zum Lichterfest, gefolgt von dem Jägerchor aus Webers Oper „Der Freischütz“. Der Horn- und Chorklang wurde hier von Geige, Celli, Querflöten und Klarinette nachempfunden, begleitet durch das Klavier. Schwungvoll zeigten die jungen Musiker*innen im Anschluss mit dem Pegasus-Rock sowie dem Shuttle-Rock, dass sie auch ein sicheres Gespür für rhythmisch prägnante Musik haben. Danach verabschiedeten sich zwei Abiturienten auf musikalische Weise: Adrienne Heise trug auf dem Cello sehr einfühlsam den „Schwan“ aus Camille Saint-Saëns‘ bekannter Komposition „Karneval der Tiere“ vor. Philip Fahrer beeindruckte als Tenor das Publikum mit der schubertschen Vertonung von Goethes „Erlkönig“-Ballade.

Der Unterstufenchor verriet mit seinem bunten Liederstrauß, was die Zuschauer*innen beim Theaterstück von Unterstufentheater und Musical-AG erwartet: „Zapping!“ wird am 13. und 14. Juli im Einstein-Gymnasium aufgeführt. Die vom Chor mit klaren Stimmen und viel Schwung gesungenen Lieder wie „Das Dunkel und ich“ oder „Unsre Pizza ist geil“ untermalen den Abend einer Familie, die sich durch das Fernsehprogramm zappt. Beschwingt ging es danach mit dem Blechbläser-Ensemble und Gershwins eingängiger Melodie „I Got Rythm“ weiter. Die immer wiederkehrenden Betonungsverschiebungen gaben dem Satz den nötigen Drive.

Darauf trat mit dem Mittel- und Oberstufenchor ein großes Ensemble unter der Leitung von Musiklehrerin Rebekka Doll auf die Bühne. Charpentiers „Prélude“, als Eurovisionshymne bekannt, erklang in vokaler Fassung, gefolgt von einem Medley aus dem Musical „The Lion King“, bei dem die Solistinnen Eiringa Bertulyte und Sarah Ziegler glänzende Akzente setzten. Einen Ohrwurm der Klassik bot anschließend das Mittel- und Oberstufenorchester dar. Das Hauptthema des 1. Satzes der „Kleinen Nachtmusik“ und das tänzerische Menuett luden das Publikum in Gedanken zum Mitsingen ein. Die Streicher, die Mozarts Klassiker schwerelos spielten, wurden dabei von Flöten und Bläsern unterstützt, die den Klang abrundeten.

Mitreißend ging es mit einem Medley aus einem im wahrsten Sinne ausgezeichneten Werk weiter: Mit mehreren Titeln aus „The Greatest Showman“ traten immer wieder einzelne Chorsänger*innen ans Mikrofon, um ihr Können auch solistisch unter Beweis zu stellen. Anschließend sang Lara Kulić mit dem traditionellen Lied „An Irish Blessing“ ein weiteres bezauberndes Solo.

Das Mittel- und Oberstufenorchester unter der Leitung von Brigitte Klein zog in drei Sätzen aus den Peer-Gynt-Suiten von Grieg („Morgenstimmung“, „Solveigs Lied“ und „In der Halle des Bergkönigs“) noch einmal alle Register. In der differenzierten Interpretation der Schauspielmusik reichte der Klang vom zarten Pianissimo des erwachenden Morgens bis zum diabolisch anmutenden Fortissimo der zunächst langsam einmarschierenden Trolle, die zuletzt außer Rand und Band sind.

Hatte das Publikum bis dahin aufmerksam zugehört und begeistert applaudiert, so war seine Mitwirkung beim Finale gefragt: Mit dem von Andreas Dilles für Chor und Orchester arrangierten Shanty „Wellerman“ füllte sich die Aula beim Refrain mit dem vollen Klang eines großen Orchesters und 200 Stimmen. Ein erhebender Abschluss!

[Kln/Hbr]