Reise nach Brüssel

Schule? Laaangweilig!

Naja, nicht, wenn diese eine Reise nach Brüssel ermöglicht. Das empfanden zumindest die 31 Schüler*innen des Gk-Leistungskurses und des bilingualen Gk-Grundkurses der J1 so, als sie sich vom 31.01.2024 bis zum 02.02.2024 zusammen mit Frau Falter und Frau Combrouze in die belgische Hauptstadt aufmachten, um internationale Institutionen (NATO-Hauptquartier, MPCC) und renommierte Museen zu besuchen.

Nach einer sieben-stündigen Fahrt mit Busfahrer Tobi und einem kurzen Check-in im Meininger-Hotel ging es am Mittwoch direkt ins Zentrum zur Grand-Place, wo uns zwei Stadtführer*innen die Geschichte hinter den wunderschönen (meist gotischen) Gebäuden und den zahlreichen Statuen erzählten. Vorbei an unzähligen Schokoladen-Boutiquen und teils sehr originellen Waffel-Läden liefen wir anschließend zum Musée de la BD, das die unglaubliche Vielfalt belgischer Comics ausstellt. Darunter Spirou, die Schlümpfe, Tintin (Tim und Struppi) und vieles mehr.

Nach diesem kulturellen Input durften wir uns in Freundesgruppen bis 22 Uhr in der Innenstadt aufhalten. So war der Abend –auch später im Hotel- abenteuerlich und gesellig. Nach einer eher kurzen Nacht und einem schnellen Frühstück ging es am Donnerstag mit etwas Verspätung (Tobi ließ uns warten) zum NATO-Hauptquartier, wo wir zunächst inklusive Bus gründlich kontrolliert wurden. Anschließend wurden wir durch das riesige, aus acht ineinandergreifenden Flügeln bestehende, Glasgebäude geführt, wo uns danach der Korvettenkapitän Hoppe sowie ein weiterer deutscher Offizier erwarteten. Sie erklärten uns den Aufbau der NATO und der EU und deren militärische sowie politische Aufgaben. Obwohl wir als Schulklasse eher nicht zu ihrem üblichen Publikum gehörten, gingen sie gut auf unsere Fragen ein und gestalteten die Vorträge interessant. Zum Mittag durften wir uns mit den ca. 4000 Beschäftigten die Kantine teilen, in der es –von Pizza bis Salattheke- eine riesige Auswahl gab.

Am Nachmittag ging es direkt so hochoffiziell weiter, als wir ins EU-Viertel fuhren (zeitgleich mit Scholz, Baerbock, Macron..., die gleich um die Ecke im europäischen Rat tagten). Dort wurden wir unter anderem von einem Oberstleutnant des EU-Militärstabs (MPCC = military planning and conduct capability) empfangen und erhielten Informationen über den Aufbau und die Funktionsweise des MPCC sowie über dessen aktuelle Operationen und Missionen. Wenngleich diese beiden Treffen inhaltlich ziemlich anspruchsvoll waren, sind wir dankbar über den exklusiven Einblick in diese großen politischen Bündnisse sowie das politische Geschehen und über das daraus gewonnene Verständnis dafür.

Danach wäre ein Besuch des Atomiums auf der Tagesordnung gestanden, was durch eine riesige Bauern-Demo verhindert wurde. Nachdem wir im Bus zunächst lange Zeit nicht weiterkamen, entschlossen wir uns, Richtung Zentrum zu laufen. Um uns herum explodierten zunächst Böller (die Demo ist später eskaliert-> siehe Tagesschau) jedoch lohnte sich der Fußmarsch spätestens als wir einen Panorama-Blick über die Stadt genießen und unseren Abend wieder frei gestalten konnten.

Am letzten Tag besuchten wir jeweils im Schnelldurchgang das Haus der Europäischen Geschichte und das Parlamentarium, um anschließend vor der Abfahrt noch in der Stadt etwas essen zu können. 

Auch wenn der eisige Wind uns einige Stimmen raubte, bleiben uns diese drei Tage als spannende, gesellige und lehrreiche Zeit (Umwoben von Intrigen und Romanzen…) - eben alles andere als langweilig - in Erinnerung.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Combrouze und Frau Falter für die aufwendige Organisation!